Bogen und Muskete

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Clydefrog

Bogen und Muskete

Beitrag von Clydefrog » Mi 1. Apr 2015, 05:33

Hallo,

bin ich der erste, der sich fragt, wieso man in den napoleonischen Kriegen, als das Nachladen der Waffe

noch so 10 Sekunden dauerte, man lieber Leute hintendran hat auflaufen lassen, anstatt mit Langbogenschützen

in die gegnerische Reihe zu hacken?

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Tamanegi
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Re: Bogen und Muskete

Beitrag von Tamanegi » Mi 1. Apr 2015, 12:32

Weil die napoleonischen Kriege Massenmobilmachungen waren und Langbogenschützen jahrelang ausgebildet werden müssen! Musketen haben generell den Vorteil, daß man zur Benutzung nicht viel können muß: Bauer einziehen, Muskete in die Hand, ein paar Wochen üben lassen und ab ins Feld. Das hat auch der japanische Kriegsherr Oda Nobunaga erkannt und mit einem Heer aus Bauern mit primitiven Musketen halb Japan erobert. Besonders bedeutsam ist die Schlacht gegen die berühmt-berüchtigte Takeda-Kavallerie, die vollkommen chancenlos ausgelöscht wurde.
LΓ"$",8

Clydefrog

Re: Bogen und Muskete

Beitrag von Clydefrog » Mi 1. Apr 2015, 13:37

Ich danke Dir. Das ist sehr plausibel. Ging mir gestern um 05:30 Uhr durch den Kopf und da dachte ich,

dass ich die Frage doch gleich mal weiterleite :D

Wahrscheinlich erschien es bei kleineren Feldschlachten tatsächlich überflüssig, die gegnerische Musketenreihe mit

Bogenschützen zu bestreichen. Und so hat man sich auf so eine Situation auch nicht vorbereitet. Dann fielden die

Franzosen auf einmal den ersten totalen Krieg und die Waffen müssen einfach bedienbar sein und der Krieg dauert

nicht lang genug für die Ausbildung von Bogenschützen.

Da hat mich gestern eine Doku über Scharfschützen in den Weltkriegen (ich stell youtube dokus auf auto-play zum Einschlafen)

drauf gebracht. Weil zB die Deutschen im WK 2 zunächst nicht wesentlich auf Scharfschützen gesetzt haben.

Da kam auch die irritierende Aussage, dass die Deutschen und Briten die Ausbildung der im WK 1 erfolgreichen Scharfschützen

in der Zwischenkriegszeit nicht fortgesetzt hätten, weil man sich auf die neue Art Bewegungskrieg vorbereitete und somit

der Heckenschütze entfiel. Hatten wenigstens die Franzosen welche, über die ja behauptet wird, sie wären auf Stellungskrieg

aus gewesen? Muss ich mal ermitteln.

Japanische Geschichte muss ultralustig sein. Ich schau mir das mal heute an. Leider find ich über Asien immer nur Vietnamdokus

und "Guadalcanal" und solche tollen Dinge. Hast du da ne Empfehlung?

ps: Hab auch gestern rausbekommen, dass "Enemy at the Gates" tatsächlich eine reale Grundlage hat und dass Major Koning

wirklich verlegt wurde, um Saitzev in Stalingrad auszuschalten. Und von Saitzev auf die im Film erzählte Weise erlegt wurde.

Jedenfalls ganz so ähnlich. Ich hielt das für pure Fiktion bisher :shock:

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Re: Bogen und Muskete

Beitrag von Tamanegi » Mi 1. Apr 2015, 15:59

Videos kann ich gerade aus dem Kopf keine nennen, aber Osprey hat eine sehr gute und detaillierte Buchreihe:
https://ospreypublishing.com/nagashino-1575

Sekigahara und Nagashino sind die richtigen Suchbegriffe für dich glaube ich.
LΓ"$",8

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